Was ist eine koronare Herzerkrankung?
Das Herz ist ein Hohlmuskel, der das Blut durch den Körper pumpt. Die Herzkranzgefäße sind die Blutgefäße, die das Herz direkt mit Blut versorgen. Diese Gefäße können durch nach und nach entstandene Fettablagerungen an den Gefäß-innenwänden (sogenannte Plaques) verengt oder blockiert werden. Diese Phänomen wird als Arteriosklerose oder auch Arterienverkalkung bezeichnet und ist eine der Hauptursachen für die koronare Herzerkrankung. Bei zu starker Verengung der Gefäße wird der Blutfluss eingeschränkt, so dass das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann. Dieses Phänomen wird als Ischämie und die hierbei auftretenden Schmerzen als Angina oder Angina pectoris bezeichnet. Kann der Sauerstoffmangel nicht kurzfristig behoben werden, führt das zum Herzinfarkt.

Wie erkennt man eine koronare Herzerkrankung?
Sind die Gefäße stark verengt, können folgende Beschwerden auftreten:
- Bohrende, brennende Schmerzen um den Brustkorb, die in den Nacken,
- Hals, Kiefer, die Arme oder den Oberbauch ausstrahlen können
- Müdigkeit, Kurzatmigkeit
- Angst
- Übermässiges Schwitzen
- Übelkeit oder Sodbrennen
- Herzklopfen oder unregelmäßige Herzschläge
Sind die Gefäße nur leicht verengt, müssen nicht unbedingt Beschwerden auftreten. Das schließt eine koronare Herzerkrankung jedoch nicht aus! Bis zu einem Drittel der erkrankten Patienten haben keinerlei Symptome.
Welche Risikofaktoren gibt es?
Risikofaktoren, die nicht beeinflussbar sind:
- Alter
- Geschlecht
- Familienveranlagung
Risikofaktoren, die vom Betroffenen selbst beeinflussbar sind, und/oder medizinisch behandelt werden können:
- Hohe Cholesterinwerte
- Hohe Triglyceridwerte
- Bluthochdruck
- Diabetes
- Rauchen
- Fettleibigkeit durch Fehlernährung
- Bewegungsmangel
Diagnose der koronaren Herzerkrankung
Es gibt viele unterschiedliche Untersuchungen, wie Ruhe- und Belastungs-EKG oder Bluttests, um eine mögliche Herzerkrankung zu erkennen.
Die Angiographie (Herzkatheteruntersuchung) ist heute der Goldstandard zur Diagnose der koronaren Herzerkrankung und wird sehr oft durchgeführt, auch um einen Herzinfarkt auszuschließen. Für die Planung einer Bypass-Operation ist die Angiographie unverzichtbar.
Bei diesem Verfahren wird ein Katheter über ein Gefäß des Armes oder Beines zum Herzen geführt. Anschließend wird über diesen Katheter ein Kontrastmittel eingespritzt, um die Herzkranzgefäße auf einem Herzkatheterfilm sichtbar zu machen. Dies gibt dem Arzt Auskunft über Ihre Herzfunktion. Die Katheteruntersuchung erfolgt unter lokaler Betäubung in einem Herzkatheterlabor mit speziellen Röntgengeräten und Monitoren.
Behandlung der koronaren Herzerkrankung
Eine Reihe von Therapieverfahren zielt darauf ab, Verschlüsse bzw. Einengungen (Läsionen) der Herzkranzgefäße direkt zu beseitigen. Das minimal invasive Verfahren, die perkutane Transluminale Koronarangioplastie (PTCA) ist auf der ganzen Welt weit verbreitet. Mittlerweile sind in Österreich 36 Zentren mit den notwendigen technischen Voraussetzungen ausgestattet.
Grundsätzlich werden zwei Verfahren unterschieden, nämlich die Ballonangioplastie und die Stentimplantation.
Ballonangioplastie
Bei diesem Verfahren wird ein verengtes oder verstopftes Blutgefäß mit einem Ballonkatheter geweitet. Hierzu wird der in das Gefäß vorgeschobene Ballon gefüllt, um die verengte Stelle aufzudehnen und den Blutfluss zu verbessern.

In einigen Fällen entschließt sich der Arzt zur Senkung einer erneuten Verengung das Einsetzen eines Stents.
Stentimplantation
Bei diesem Verfahren wird ein Stent (Gefäßstütze aus Metall) in die erkrankte Stelle des Gefäßes eingesetzt. Der Stent dient dazu, das Gefäß an der betroffenen Stelle, die zuvor mit einem Ballon geweitet wurde, offen zu halten. Hierdurch wird die Blutzufuhr zum Herzen verbessert.
Bei reinen Metallstents (Bare-metal Stent, BMS) kommt es bei einem Drittel der Fälle zu einer erneuten Verengung der Blutgefäße. Die Implantation eines Stents kann zu einem vertärkten Wachstum der Zellen in der Gefäßwand führen, das zu einer Restenose (Wiederverengung) führen kann.
Medikamenten-beschichteter Stent
Ein Medikamenten-beschichteter Stent (Drug-eluting Stent, DES) wird bei erhöhtem Risiko einer Wiederverengung verwendet, wie zum Bsp. sehr kleine Gefäße oder hochkalzifierte Läsionen. Seine Wirkungsweise beruht darauf, unerwünschte Zellteilungen in der Gefäßwand zu unterbinden. Eine spezielle Beschichtung des Stents setzt über mehrere Wochen das Medikament Sirolimus frei, das Gewebewucherungen in der Gefäßwand vorbeugen soll.
Gleichzeitig bildet sich um das Stentgewebe eine natürliche Schutzschicht, die das Risiko von Komplikationen, wie z.B.: Blutgerinsel, reduziert.

Sollten die Katheter-Methoden zu keiner dauerhaften Verbesserung führen oder technisch nicht möglich sein, werden die verengten Gefäße mittels einer aus dem Bein entnommenen Vene (aortokoronarer Bypass) überbrückt. Diese Operation wird als Bypass bezeichnet. Sie ist auf lange Sicht effektiver als Katheter-Methoden, demgegenüber stehen jedoch die Risiken einer großen Operation.

